Das tibetanische Totenbuch (+Video)
Verfasst von yinyangmen am 15.01.2008
Evans-Wentz hat das “Buch der Befreiung durch Verstehen im Zwischenzustand” auf tibetish “Bar do thos grol” im Westen unter dem Titel als “Das tibetanische Totenbuch” bekannt gemacht. Dieses ist eines der wichtigsten Bücher, welches die menschliche Zivilisation hervorgebracht hat. Es wurde im 8. Jahrhundert von Padmasambhava (”Der Lotusgeborene”) verfasst und ist Teil einer umfangreichen tibetischen Literatur, die sich mit grosser Genauigkeit der Untersuchung des Phänomens Tod widmet. “Technisch” unterscheiden die Tibeter sechs Zwischenzustände,
wovon drei im Zusammenhang mit dem Leben stehen
- die Zwischenzustände des “Lebens” (zwischen Geburt und Tod),
- des “Traums” (zwischen Einschlafen und Aufwachen)
- der “Trance” (zwischen Wachen und Trance)
drei im Zusammenhang mit dem Tod und der folgenden Wiedergeburt - die Zwischenzustände des “Todesmoments”,
- der “Realität” und
- des “Werdens”.
Nach buddhistischem Verständnis tritt das Bewusstsein eines Verstorbenen nach dem Austritt aus dem Körper in einen Zwischenzustand zwischen dem vergangenen Leben und der Wiedergeburt in einem neuen Körper ein. In diesem Zwischenzustand manifestieren sich die im Bewusstsein latenten karmischen Tendenzen (die im vorherigen und allen anderen früheren Leben entwickelten “Charakterzüge”) in überwältigenden friedvollen und schrecklichen Visionen, die wie die Traumwelt vom Träumenden als “Realität” erfahren werden. Der Text, der dem Verstorbenen während der ersten Tage nach seinem Ableben vorgelesen werden soll (sein Bewusstsein verweilt nach tibetischer Vorstellung dann noch in der Nähe des Körpers), ist zunächst einmal eine Art Führer durch diese teils beängstigenden Erfahrungen. Die Erinnerung des Verstorbenen an die Bardo-Lehren während dieser ersten Phase des Zwischenzustandes soll diesem nun ermöglichen, die Visionen als Projektionen des eigenen Bewusstseins und somit letztlich als “leere” Trugbilder zu erkennen. Gelingt ihm dies, wird er die von allen Buddhisten angestrebte “Befreiung” erlangen und auf ewig im “klaren Licht” seiner essentiellen Natur verweilen. Gelingt ihm die Befreiung während dieser ersten Tage nicht, sollen die folgenden Texte des “Bardo Thödol” wenigstens in Richtung auf eine positive, seiner weiteren Entwicklung förderliche Wiedergeburt lenken.








hilkman sagte
Bardo Thödol hat das Buch im Westen bekannt gemacht? Wohl kaum, das war wohl eher Evans-Wentz. Bardo Thödol (Bar do thos grol) ist einfach nur der tibetische Name des Werkes.
yinyangmen sagte
Hallo Hilkman, danke für deine Korrektur … das passiert wenn man einfach etwas übernimmt ohne nochmal gegenzulesen
…
buddhagarage sagte
tolles video … aber ich denke es ist vieles falsch. die menschen sind sehr arm. irrsinnig. diese kälte. die tibet. buddhisten sind eine sehr okkulte sekte. ich denke das zb. die wiedergeburt des jungen die hier gezeigt ist folgendes bewirkt: stimmt sie, so ist eine eine okkulte realisation, die dem zweck der sekte dient. stimmt sie nicht, so wird ein kind manipuliert und nicht zum schlechtesten. der punkt aber ist: weder der dalai lama noch die lamas in tibet haben bis heute etwas am elenden elend der menschen ändern wollen sie haben nichts getan. wozu dort wiedergeboren werden,wenn es wieder kalt ist und ich fetzen trage und jeden tag ums überleben kämpfen muss? – für mich ergibt das keinen sinn. das leben der menschen dort ist so schrecklich und doch wollen sie immer wieder das gleiche.
yinyangmen sagte
hallo buddhagarage, danke für deinen kommentar. …
sicher scheint dies für europäer so wie du es schreibst, nur ist dies so nach meinem fühlen irgendwie eine fehlinterpretation, wenn du die buddistischen texte, aber auch andere religiöse texte oder esoterische lehren nimmst, hat mensch, sowieso hier auf erden eine andere bestimmung als der exoteriker oder atheist annimmt… ich kann es selbst noch nicht nachvollziehen (da lange zeit selbst ein “ungläubiger”), nur bin ich inzwischen für mich zu der erkenntniss gelangt, wir (europäer) sollten uns nicht mehr in andere kulturkreise einmischen und andere nicht bei anderen … dies ist meine meinung … vor allem sollte jeder “dreck” vor der eigenen haustür (seiner ureigensten) “wegkehren” … dann verändert sich wahrscheinlich am schnellsten vieles …
solong …